Egon Schiele in Neulengbach 1912
der Skandal um das Mädchen Tatjana von Mossig

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Aufnahme 1912
Tatjana Mossig
Tatjana Georgette Anna
von Mossig
23.6.1898 - 22.7.1951
Die Familie Theobald von Mossig lebte nach der Jahrhundertwende auf  Schloß Neulengbach. Egon Schiele hatte ab 1910 sein Domizil in Au bei Neulengbach, wo ihm des öfteren Kinder aus der nähren Umgebung bei seiner Arbeit besuchten.  Im April 1912 wird Egon Schiele in Neulengbach unter dem Verdacht verhaftet, die damals knapp 14-jährige Tatjana von Mossig verführt zu haben. 
In dieser Sache wurde er freigesprochen. Bei seiner Verhaftung wurden jedoch auch 125 Blätter sichergestellt. Dies führte zu 21 Tagen Untersuchungshaft und einer Verurteilung zu 3 Tagen Arrest wegen "Verbreitung unsittlicher Zeichnungen". Der Aufenthalt im Gefägnis von Neulengbach und die Enge der bürgerlichen Moral dieser Zeit prägten die weitere Entwicklung Schieles. Der Fall um das Mädchen Tatjana wurde verfilmt, "Exzess und Bestrafung", Hauptdarsteller sind Mathieu Carriere und Jane Birkin. Gut dokumentiert wurde die Affäre durch OLG Franz Wischin in dem Buch "Egon Schiele, Ich Gefangener", 1998
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Osen
Osen, 1910
mit angelegten Fingerspitzen, 
Leopold Museum, Privatsammlung, Wien
Egon Schiele (1890-1918), 
österreichischer Maler und Zeichner, geboren in Tulln an der Donau, der zu den zentralen Gestalten des österreichischen Expressionismus gehört. Zwischen 1906 und 1909 studierte er an der Wiener Akademie. Nach impressionistischen Anfängen malte Schiele zunächst im Stil der Wiener Sezession, wobei seine Jugendstilornamentik sich vor allem von der Malerei seines Freundes Gustav Klimt beeinflußt zeigte. 1908 dann entstanden erste Gemälde in dem für sein späteres Werk typischen Stil: Zumeist in Brauntönen gehaltene, in aggressiv-fiebrigem Pinselstrich großflächig gemalte Akt- und Porträtdarstellungen mit bewußt deformierter Anatomie und Gestik, die an das Werk Oskar Kokoschkas gemahnen. Auf Selbstporträts betonte Schiele zumeist 
die Hände, die er in qualvoll verdrehten Stellungen zeigte. Als Vorlage dienten ihm häufig Photographien. Daneben entstanden zahlreiche Landschafts- und Stadtgemälde. Wegen seiner Aktbilder sah sich Schiele zu Lebzeiten mehrmals dem Vorwurf der Pornographie ausgesetzt. Er starb am 31. Oktober 1918 in Wien an spanischen  Fieber. 
"Schiele, Egon," Microsoft(R) 
Encarta(R) 97 Enzyklopädie. (c) 
1993-1996 Microsoft Corporation. 
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Egon Schiele
Egon Schiele
12.6.1890 - 13.10.1918
Selbstportrait, Ausschnitt
Bleistift 1913
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