Fritz Theobald Georg v. Mossig
ein ereignisreiches Leben in  2 Weltkriegen
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der nachstehende Text ist der Zeitschrift E und M (Elektro und Maschinenbau)
DK92Mossig:621396:608.3 entnommen
und wurde von seinem besten Freund, dem Jouralist Joszip Sliskovic
1972 zum 75. Geburtstag von Fritz Mossig verfaßt.
Aufnahme Mai 1960 
Fritz Theobald Georg v. Mossig
Fritz Theobald Georg v. Mossig
11.6.1897 - 12.09.1991
1912 
k.u.k. 
Marine Akademie 
1916 
Seekadett 
1918 
Fregatten- 
leutnant 
1919 
Bayr.Lloyd
Fritz MOSSIG wurde am 11. Juni 1897 als Sohn eines Offiziers der k. u. k. Kriegsmarine in Wien geboren. Nach Absolvierung seiner Studien in Nautik und Technik an der Marineakademie in Fiume (heute Rijeka) erreichte er während des ersten Weltkrieges den Rang eines Fregattenleutnants. 
Hier kam er bereits in Verbindung mit den funktechnischen Nachrichtengeräten, welche sein besonderes Interesse erweckten. 1920 trat Mossig in die Dienste der damals sehr modernen holländischen   Schiffahrtsgesellschaft KPM ein, wo er bis zum Jahre 1922 als erster Offizier verblieb. Nach einer Operation in Batavia in Java kehrte er nach seiner Genesung nach Wien zurück. 
Kapsch Anzeige 1928
Polyhet 7, der modernste 
Transponierungsempfänger 
im Wellenband 25 bis 2800 m 
(Anzeige in der Radiowelt 1928) 

mit Karl Kapsch
Holland August 1950 
mit Karl Kapsch jun.
1923 
technischer 
Redakteur 

1929
technischer 
Angestellter 
(Fa. Kapsch) 
Gerade zu dieser Zeit begann in Europa die Radiotechnik Fuß zu fassen und ihre ersten Schritte in Wien zu beginnen. Eine Industrie gab es noch nicht, aber Radioeinzelteile wurden teils importiert, teils bereits auch in Wien erzeugt. Zu dieser Zeit wurde in Wien von Dr. A. LADANT und Oberst ANDERLE eine Wochenzeitschrift mit dem Namen "Radio Welt" gegründet, bei der Mossig bis September 1929 als technischer Redakteur fungierte. Gleichzeitig war er in den Jahren 1926 bis 1929 Schriftleiter dermonatlich erscheinenden Fachzeitschrift "Funkmagazin"
Funkmagazin
die von Dr. EUGEN NESPER in Berlin und Wien herausgegeben wurde. Aus Mossigs Feder kamen viele äußerst klare und wertvolle technische Aufsätze, so daß die Radio Welt im Jahre 1927 die höchste Auflage einer solchen Zeitschrift in ganz Europa erlangte. Seine Aufsätze umfaßten z.B. folgende Themen: die Beschreibung der Röhrenfunktionen - erstmalig in einer auch für Amateure verständlichen Art, Schilderungen der ersten Schallplattenaufnahmen und der Erfindung eines amplitudenmodulierten, auf der Wiener Messe im Jahre 1927 ausgestellten UKW-Bildfunksenders, Anleitungen zum Bau von einfachen Amateursendern im Kurzwellenbereich sowie von Großflächenlautsprechern.
Aufnahme 1946 
Joszip Sliscovic
Joszip Sliskovic
1902 - 1984
1945
Bau- Hilfsarbeiter 
in Wörgl 
1947
Dolmetsch 
in Innsbruck 
(Comm. des 
Transmissions) 
1948
Patentsach- 
bearbeiter 
(Fa. Köhler) 
1949
Patentsach- 
bearbeiter 
1965
Konsulent 
1980
Ruhestand
In Anbetracht seines enormen Fleißes sowie guter Fremdsprachenkenntnisse studierte Mossig eifrig die einschlägige Fachliteratur, so daß er sich ein umfassendes und gründliches Wissen auf dem gesamten Radiogebiete aneignete. Am 1. September 1929 trat Mossig in die Dienste der Firma Kapsch & Söhne AG als Patent-und Propagandareferent ein, wo er bis zum 1. Mai 1942 verblieb. Nun übersiedelte Mossig in der gleichen Eigenschaft als Patentsachbearbeiter zu den Flugmotorenwerken nach Wiener Neudorf, wo er bis zum Kriegsende arbeitete. Seine außergewöhnlichen Kenntnisse auf dem Gebiete der Radio- und Telephontechnik befähigten Mossig, noch vor dem Kriege im technischen Ausschuß des österreichischen Funkverbandes als Patentreferent zu fungieren. Mossigs Arbeiten auf diesem Gebiete schützten die österreichische Radioindustrie vor manchen Überraschungen auf dem Patentlizenzgebiet, so daß man 1948, als die Radioindustrie wieder aufzuleben begann, wieder nach Herrn Mossig suchte und ihn fand. 1947 kehrte Mossig aus der französischen Gefangenschaft aus Innsbruck nach Wien zurück. Bis zu seiner Pensionierung vor drei Jahren blieb Mossig Patentreferent des Funkverbandes.
Zeit seines Lebens war sein Interesse an der Astronomie groß, nach 1980 konnte er sich ausführlich mit der Kosmologie beschäftigen. Mit Hermann MUCKE, Chef-Astronom an der Wiener Sternwarte, verband ihn eine innige Freundschaft, der ihm die Materie näherbrachte und als Diskussionspartner zur Verfügung stand.
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